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Mehrweg statt Einweg!

Kommentar unseres JÖ-Mitglieds Christoph Peschke

Die heutige Konsumgesellschaft zeichnet sich durch eine Wegwerfmentalität aus. Dies trifft auch auf den Bereich der Getränkeverpackungen zu, um dem entgegenzuwirken wurde das allseits bekannte Pfandsystem in Deutschland eingeführt. Mittlerweile ist sogar die Industrie von der Pfandregelung angetan, da doch eine Rückführungsquote von nahezu 100% erreicht werde. Nur eines verwundert mich und sogar die Industrie: Wieso werden nicht alle Getränkeverpackungen mit einer Pfandpflicht belegt? So sind Gemüse- und Fruchtsäfte, sämtliche Getränke in Kartonverpackungen sowie alkoholische Getränke wie Wein und Spirituosen vom Pfand befreit. Aus ökologischen Gründen ist dies nicht nachvollziehbar und daher fordere ich eine Ausweitung des Pfandsystemes auf alle Getränkeverpackungen!
 
Bei der ökologischen Betrachtung spielen aber noch weitere Aspekte eine Rolle, so unterscheidet man generell zwischen Einweg- und Mehrwegverpackungen. Dies wirkt sich auch auf den Preis des Pfandes aus, da Einwegflaschen als weniger ökologisch angesehen werden und es sich um Wegwerfprodukte handelt (auch wenn diese recycelt werden können). Kürzlich hat die Industrie das Bündnis "Bund Getränkeverpackungen der Zukunft (BGVZ)" gegründet [2], um das Image der Einwegprodukte zu verbessern. Wenn man aber die Ökobilanzen der jeweiligen Produkte zu Rate zieht, wird schnell klar, dass aus Umweltgesichtspunkten die Mehrwegsysteme generell zu bevorzugen sind. Ausnahmen stellen nur Mehrwegflaschen aus Glas bei weiten Strecken dar, da sich das Gewicht der Flaschen über den Transport negativ auf die Ökobilanz auswirken kann.
 
Die Argumente des Bündnisses BGVZ sind derweil wenig stichhaltig. Es wird beispielsweise argumentiert, dass Einwegflaschen zu bevorzugen sind, da viele Brauereien dazu übergegangen sind von der Bier-Einheitsflasche abzukommen, indem sie markenspezifische Flaschen (meist durch Gravur im Glas) verwenden. Dies ist in der Tat eine ökologische Fehlentwicklung, gegen die angegangen werden muss. Denn diese Flaschen können durch die Gravur nur von der herstellenden Brauerei wieder befüllt werden, was zur Folge hat, dass diese nach Verbrauch unnötig weit quer durch Deutschland rücktransportiert werden müssen oder bei kleinen Mengen direkt ins Recycling geführt werden anstatt diese wieder zu verwenden. Diese unbefriedigende Tatsache aber generell auf das Mehrwegsystem aufzubürden ist aber falsch, da dies ein Fall von Pro und Contra einer Einheitsflasche ist. Mehrwegsysteme lohnen sich aber mehr, wenn die Verpackungen genormt in den Handel gelangen. Entsprechend sind gesetzliche Verpflichtungen zur Verwendung von Einheitsflaschen einzuführen. Ein Umstieg auf ressourcenverbrauchende Einwegflaschen ist daher nicht notwendig. Dass sich Mehrweg über den gesamten Produktzyklus gegenüber den Einwegflaschen lohnt, zeigt indes folgende Studie des IFEU aus dem Jahre 2010. Besonderst negativ wirken sich dabei Dosen aus, da deren Gewinnung und Recycling (gerade bei Aluminium) sehr energieintensiv ist.

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