Glyphosat

Im Alleingang und ohne Absprache mit dem Umweltministerium hat Landwirtschaftsminister Schmidt der Genehmigung des Unkrautvernichters für weitere fünf Jahre zugestimmt. Diese Entscheidung ist in vielerlei Hinsicht unverständlich, aber wir wollen uns für heute auf den Umweltaspekt konzentrieren.

Denn bei diesem Thema geht es um mehr als „nur“ die Möglichkeit, dass Glyphosat krebserregend sein könnte. Viele Befürworter einfach darauf hin, dass die krebserregende Wirkung nicht bewiesen sei und damit ist das Thema dann abgehakt. Aber eine viele größere Problematik wird dabei vollkommen ignoriert.

Der gern gebrauchte Begriff „Unkrautvernichter“ ist nämlich eigentlich der falsche Ausdruck, treffender wäre „Pflanzenvernichter“. Denn Glyphosat tötet nicht nur bestimmte Teile der Flora, es zerstört einfach radikal alles, was auf der eingesprühten Fläche gewachsen ist. Anschließend bringen die Bauern die Saat auf, die auf der komplett pflanzenfreien Fläche wunderbar wachsen kann. Klingt ja in der Theorie ganz gut, gäbe es nicht ein Problem: Das vernichtete „Unkraut“ ist ein essentieller Bestandteil des Ökosystems, es ist die Lebensgrundlage für zahllose Insektenarten. Mit anderen Worten Glyphosat „killt“ nicht nur die Pflanzen, sondern indirekt auch die Insekten, die auf diese Pflanzen angewiesen sind.

Dieser sorglose Umgang mit unserem Ökosystem setzt sich schon seit Jahren so fort. Die Folgen: Zwischen 1989 und 2016 ist die Population an Insekten in Deutschland um 76 Prozent gesunken. Zwischen 1998 und 2009 ist auch die Zahl der Vögel in Deutschland um etwa 15 Prozent gesunken, was Forscher unter anderem auf immer geringer werdende Nahrungsbestände (a.k.a. Insekten) zurückführen. Diese Zerstörung unseres Ökosystems wird in Zukunft massive Folgen auch für uns haben. Allein ein Aussterben der Biene wäre verheerend – ein Drittel aller essbaren Pflanzen ist auf die Bestäubung durch das Insekt angewiesen.

Die Verlängerung von Glyphosat ist dementsprechend nicht nur als skandalöser Einzelgang Schmidts zu sehen, sondern auch als eine Verlängerung dieser rücksichtslosen Agrarpolitik für weitere fünf Jahre.

Wir fordern: Agrarpolitik muss endlich wieder nachhaltig gestaltet werden. Im Umgang mit Pestiziden und Unkrautvernichtern muss die Politik endlich Verantwortung übernehmen und den Einsatz dieser Mittel so gestalteten, dass unser Ökosystem geschont und erhalten wird. Denn auch wenn wir es gerne vergessen: Die Umwelt braucht nicht uns, aber wir brauchen die Umwelt.


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