19.03.2017

Viele Diskussionen bei der JÖ Oberpfalz in Schwandorf

Am Samstag, den 18. März, fand ab 17 Uhr im Bistropolis in Schwandorf ein Diskussionszirkel statt. Dazu hatten die Jungen Ökologen Oberpfalz Experten zu verschiedenen Gebieten im Themenfeld Mensch vor Profit eingeladen.

Der ÖDP-Ortsvorsitzende Schwandorf, Jochen Surel, hat das Thema der sogenannten Freihandelsabkommen aufgegriffen: Nicht der Freihandel an sich, sondern verschiedene damit verknüpfte Aspekte, besonders der Investitionsschutz, machen diese Abkommen zu einem Problem. Dadurch ist es Großkonzernen möglich, über Schiedsgerichte ihre Interessen gegen Staaten durchzusetzen. Beispiel: Nach dem Atomausstieg Deutschlands klagte Vattenfall auf Schadenersatz. Allein die Verfahrenskosten liegen im Millionenbereich. Durch geplante Freihandelsabkommen (CETA) ist mit einer Vielzahl solcher Verfahren zu rechnen.

Die Bundestagsdirektkandidaten der Oberpfalz stellten ihre Schwerpunkte vor: Karlheinz Binner (Weiden) erklärte die Eckpunkte einer nachhaltigen Energieversorgung. „Hundert Prozent Erneuerbare Energie ist heute möglich!“, ist er überzeugt. Durch den dezentralen Ausbau der Energieversorgung und die Förderung von Speichertechnologien kann dieses Ziel am besten erreicht werden. Die Energieversorgung als Teil der Daseinsvorsorge gehört in die öffentliche Hand.

Dr. Stefan Scheingraber (Schwandorf) stand als Mitglied des ÖDP-Bundesarbeitskreises Asyl und Integration als Experte für das Thema Fluchtursachen zur Verfügung. „Wie kann man jemandem Glauben schenken, der dich mit der rechten Hand streichelt, während er dich mit der linken schlägt?” Mit diesen Worten von Papst Franziskus prangerte Dr. Scheingraber die Scheinheiligkeit der Länder an, die einerseits Waffen in Konfliktgebiete lieferten und damit viel Geld verdienten, andererseits viel von Humanität und Frieden sprächen. „Besonders zu kritisieren sind die deutschen Waffenlieferungen in die arabischen Länder.“, so Dr. Scheingraber.

Norbert Peter (Amberg) stellte vor, was der ÖDP-Bundesarbeitskreis zum Humanökologischen Grundeinkommen erarbeitet hat. Über dieses Thema wird beim nächsten ÖDP-Bundesparteitag abgestimmt. Norbert Peter betonte als Befürworter, dass ein staatlich gewährtes Grundeinkommen zur Absicherung und Selbstbestimmung gerade sozial schwacher Bürger beitragen würde. Entscheidend sei, wie wir „die Anderen“, also unsere Mitmenschen charakterlich einschätzen. Von sich selbst ist man überzeugt, sich trotz Grundeinkommen weiter einzubringen, aber „die Anderen“ – so die gängige Argumentation – würden dann nur noch faul auf dem Sofa liegen.

Hannes Eberhardt (Regensburg) war Experte zum Thema Plastik und den damit einhergehenden Umweltfolgen. Kleine Plastikteilchen kommen über die Nahrungskette in unseren Körper und schädigen unsere Gesundheit. Um das Problem zu vermindern, sollte man beispielsweise durch verpackungsarmes Einkaufen Plastik möglichst vermeiden. Genauso wichtig ist die richtige Entsorgung, damit das Plastik recycelt werden kann. Denn es dauert mehrere 100 Jahre bis es sich in der Natur abgebaut hat.

Die Veranstaltung war so gestaltet, dass die Experten im Laufe des Abends zwischen allen Teilnehmer-Kleingruppen wechselten. Auf diese Weise wurde es den Teilnehmern erleichtert, eigene Fragen einzubringen und sich einen guten Überblick zu verschiedenen aktuellen Themen zu verschaffen. „Gutes Format der Veranstaltung, kompetente Referenten und interessante Informationen“, so das einhellige Fazit der Anwesenden.