31.01.2017

Junge Ökologen aus NRW fordern Senkung von CO₂-Ausstoß

JÖ NRW: Großes CO₂-Senkungspotential von 25 % bleibt in Deutschland ungenutzt

Düsseldorf „Der CO2-Ausstoß durch die Stromerzeugung in Deutschlands kann mit einer simplen Maßnahme um ein Viertel gesenkt werden,“ so der Landesvorsitzende der Jungen Ökologen (JÖ) NRW, Felix Peretzke, auf einer Veranstaltung der JÖ in Düsseldorf. Wegen der schwankenden Stromerzeugung durch alternative Energien wird eine "Kraftwerksreserve" vorgehalten, die im Bedarfsfall zum Zuge kommt. Hierbei werden die einzelnen Kraftwerke nach Kostengesichtspunkten zugeschaltet. Zuerst kommen - durch die niedrigen Kosten - alte Kohlekraftwerke zum Zug. Am Ende der Reihe stehen moderne Gaskraftwerke. Da Kohlekraftwerke zum Hochfahren einen mehrtägigen Vorlauf benötigen, laufen diese im kontinuierlichen Betrieb durch - und pusten damit permanent CO2 in die Luft. Gaskraftwerke können flexibler aktiviert werden und verursachen weniger CO2, sind aber insgesamt teurer.

„Durch die Änderung der Reihenfolge des Einsatzes dieser Reservekraftwerke lässt sich erheblicher CO2-Ausstoß vermeiden.“ sagt der JÖ-Vorsitzende. Dies hätten Experten des Öko-Instituts im Auftrag von GREENPEACE durchgerechnet. Sie kommen zum Ergebnis, dass sich durch die Änderung der Reihenfolge des Einsatzes der Kraftwerksreserve der CO2-Ausstoß um 79 Millionen Tonnen pro Jahr senken ließe. Das wären ca. 25 % des CO2-Volumens des gesamten stromerzeugenden Sektors.

Diese Änderung wäre mit Mehrkosten in Höhe von 1,1 Milliarden Euro verbunden, also 14 € pro Tonne CO2, so Peretzke. Diese Zahl erscheint auf den ersten Blick hoch. „Vergleicht man die Kosten der Änderung der Kraftwerks-Reihenfolge mit den Kosten zur Beseitigung der Klimaschäden, so ist diese ökonomisch sehr vorteilhaft. Die Schadenbeseitigungskosten belaufen sich nach Angabe des Umweltbundesamtes auf 40 bis 120 Euro pro Tonne CO2, also auf des Drei- bis Achtfache der CO2-Vermeidungskosten.“ Die Änderung der Reihenfolge des Einsatzes der „Kraftwerksreserve“ wäre somit sowohl ökonomisch als auch ökologisch eindeutig sinnvoll. Die Politik und die Stromwirtschaft gehen aber dieses CO2-Senkungspotential nicht an.

Der Landesvorsitzende der Jungen Ökologen in NRW nannte auch die vermutlichen Gründe: „Die Mehrkosten sind privat zu tragen, die Beseitigungskosten trägt die Allgemeinheit. Solange derjenige, der CO2 ausstößt, nicht für die vollen Beseitigungskosten in die Pflicht genommen wird, wird die Allgemeinheit und die zukünftigen Generationen mit einem Vielfachen dieser Kosten belastet.“ Peretzke fordert von der Bundes- und Landespolitik, umgehend alle Maßnahmen zu ergreifen, um den CO2-Ausstoß der Stromindustrie um ein Viertel zu senken.

„Es ist ein Skandal, dass hier ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz aus kurzfristigem Profitinteressen nicht umgesetzt wird, aber den zukünftigen Steuerzahlern die Mehrkosten aufgebürdet werden“ so der JÖ'ler. Insbesondere die SPD mit ihrer Kohlevorrangpolitik in Bund und im Land NRW zeigt sich an diesem Beispiel wieder als wahrer Klimakiller. Die Jungen Ökologen (JÖ) sind der Jugendverband der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).